“Fraktion vor Ort” beim THW
Im Rahmen ihrer Reihe „Fraktion vor Ort“ besuchte die SPD-Kreistagsfraktion Herford gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der SPD-Ratsfraktion Bünde den Ortsverband des Technischen Hilfswerks (THW) in Bünde. Ebenfalls nahmen Kreisdirektor Markus Altenhöner sowie Kreiskämmerer Ralf Stölting an dem Termin teil. Im Mittelpunkt des Austauschs standen die aktuellen Herausforderungen des Bevölkerungsschutzes, die Nachwuchsarbeit sowie die Zukunft der THW-Standorte im Kreis Herford.
Zivil- und Katastrophenschutz
Begrüßt wurde die Delegation unter anderem von Larsen Hills, Frau Vieweger, Leiterin der Regionalstelle Bielefeld, Herrn Gawlik, Frau Peitzmeier und Herrn Hölscher. Sie gaben einen umfassenden Einblick in die Arbeit des THW und die zunehmenden Anforderungen an den Zivil- und Katastrophenschutz.
Das THW ist bundesweit organisiert und verfügt über 691 Ortsverbände sowie einen virtuellen Verband. Die Leitung sitzt in Bonn, hinzu kommen acht Landesverbände und 66 Regionalstellen. Im Kreis Herford bestehen die drei Ortsverbände Bünde, Herford und Vlotho. Der Ortsverband Bünde besteht bereits seit 1983.
Ehrenamtlicher Einsatz
Die Vertreterinnen und Vertreter des THW machten deutlich, dass die Aufgaben des THW weit über den klassischen Katastrophenschutz hinausgehen. Neben Einsätzen im Bevölkerungsschutz unterstützt das THW in rund 90 Prozent der Fälle im Rahmen der Amtshilfe andere Behörden und Organisationen.
Der Ortsverband Bünde verfügt aktuell über 71 aktive Helferinnen und Helfer sowie zwölf Althelfer. Besonders erfreulich sei die Nachwuchsarbeit: 18 Kinder und Jugendliche engagieren sich bereits im THW, zudem befinden sich zehn Personen in der Grundausbildung, die rund 100 Ausbildungsstunden innerhalb eines Jahres umfasst. Der Anteil weiblicher Einsatzkräfte liegt derzeit bei etwa 20 Prozent.
Neuer Standort gesucht
Ein zentrales Thema des Gesprächs war die bauliche Zukunft der THW-Standorte. Die bestehenden Gebäude stammen überwiegend aus den 1970er Jahren und weisen inzwischen erhebliche Mängel auf. Zwar würden diese laufend ertüchtigt, um den Betrieb aufrechtzuerhalten, eine umfassende Sanierung sei jedoch nicht vorgesehen.
Der Bund plant deshalb umfangreiche Investitionen in neue Unterkünfte. Pro THW-Region stehen dafür rund 15 Millionen Euro zur Verfügung, die sowohl Bau- als auch Mietkosten über einen Zeitraum von 30 Jahren abdecken. Für die Umsetzung setzt das THW bundesweit zunehmend auf standardisierte Musterbauten; das Unternehmen Goldbeck erhielt hierfür bereits Aufträge für 60 Ortsverbände.
Große Grundstücke gesucht
Für den Standort Bünde wird perspektivisch ein neues Grundstück benötigt. Der Platzbedarf ist aufgrund neuer Aufgabenbereiche und größerer technischer Ausstattung deutlich gestiegen: Statt bisher rund 3.300 Quadratmetern werden künftig etwa 6.600 Quadratmeter benötigt. Gleichzeitig müsse ein neuer Standort gut erreichbar sein – insbesondere für die Jugendarbeit seien eine gute ÖPNV- sowie Fahrradanbindung wichtig. Aufgrund des Einsatzbetriebs und der damit verbundenen Geräuschentwicklung seien reine Wohngebiete jedoch nur eingeschränkt geeignet.
Die Standortsuche und die weiteren Verfahren werden durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) begleitet. Zuständig ist die BImA Dortmund. Nach Einschätzung des THW kann die Umsetzung eines Neubaus – abhängig von Grundstücksverfügbarkeit und Verfahren – zwischen zwei und sieben Jahren dauern.
“THW ist ein unverzichtbarer Bestandteil”
Der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Wolfgang Tiekötter, betonte die große Bedeutung des THW für den Bevölkerungsschutz im Kreis Herford: „Die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie wichtig leistungsfähige Hilfsorganisationen und ein funktionierender Zivilschutz sind. Das ehrenamtliche Engagement beim THW verdient höchste Anerkennung und braucht auch künftig verlässliche Unterstützung.“
Auch der Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion Bünde, Philipp Kollmeier, hob die Bedeutung des Standortes für die Stadt hervor: „Das THW ist ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Sicherheitsstruktur in Bünde und weit darüber hinaus. Gerade die starke Jugendarbeit zeigt, wie tief das THW in unserer Stadtgesellschaft verankert ist. Deshalb ist es wichtig, gute Rahmenbedingungen für einen modernen und zukunftsfähigen Standort zu schaffen.“
Die SPD-Kreistagsfraktion dankte den Verantwortlichen und Ehrenamtlichen des THW abschließend für ihren wichtigen Einsatz und den offenen Austausch vor Ort.