Offener Brief zur Zukunft des Achtstunden-Arbeitstags
Mit einem offenen Brief haben wir uns an unseren Bundestagsabgeordneten Stefan Schwartze gewandt. Anlass sind die aktuellen Pläne der Bundesregierung, das Arbeitszeitgesetz zu verändern und die tägliche Höchstarbeitszeit durch eine wöchentliche Regelung zu ersetzen.
Schutzrechte nicht aufweichen
Wir sehen diese Pläne mit großer Sorge. Der gesetzliche Achtstundenarbeitstag ist eine der wichtigsten sozialen Errungenschaften der Arbeiterbewegung und steht seit über 100 Jahren für den Schutz von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern vor Überlastung.
Flexibilität gibt es bereits
Die Reform wird mit dem Wunsch nach mehr Flexibilität begründet. Dabei ermöglichen die bestehenden Regelungen schon heute flexible Arbeitszeitmodelle. Aus unserer Sicht geht es daher nicht um mehr Flexibilität, sondern um die Frage, ob bewährte Schutzstandards geschwächt werden sollen.
Warnungen ernst nehmen
Gewerkschaften und Arbeitsrechtsexperten warnen vor den Folgen der geplanten Änderungen. Sie befürchten, dass deutlich längere Arbeitstage möglich werden könnten und der Gesundheitsschutz der Beschäftigten darunter leidet. Besonders betroffen wären Beschäftigte in Betrieben ohne Betriebsrat oder starke Mitbestimmung.
„Als heimischer Bundestagsabgeordneter fordere ich: Die tägliche Höchstarbeitszeit von 8 Stunden mit ihren jetzigen Möglichkeiten der Mehrarbeit haben sich bewährt und müssen erhalten bleiben, sonst droht ein Rückschritt für den Gesundheitsschutz.” – Stefan Schwartze
Klare Erwartungen an die SPD
In unserem Brief fordern wir Stefan Schwartze auf, sich innerhalb der SPD-Bundestagsfraktion und gegenüber der Bundesregierung für den Erhalt des gesetzlichen Achtstundenarbeitstags einzusetzen. Für uns ist klar: Die SPD muss ihrer Verantwortung als Partei der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gerecht werden und historische Schutzrechte entschlossen verteidigen.
Foto: Christian Rüter (links) zusammen mit Philipp Kollmeier (rechts), stellvertrend für den Ortsverein Bünde, gemeinsam mit Stefan Schwartze (mitte)