Dritter Bürgerdialog zum Thema „Gesundheit in Bünde“

Wird es künftig in Bünde noch genügend Hausärzte geben? Das ist eine der zentralen Fragen beim dritten Bürgerdialog zum Thema „Gesundheit in Bünde“. Der SPD-Ortsverein Bünde lädt für Mittwoch, den 21. November um 19.30 Uhr in das Restaurant „Zur Klinke“ ein. Dort werden drei kompetente Gesprächspartner die aktuelle Situation der hausärztlichen Versorgung im Bünder Land beleuchten und das Ärztenetzwerk Medizin und Mehr (MuM) vorstellen. Mit dabei ist Dr. Hans-Jürgen Beckmann (Facharzt für Allgemeinchirurgie), Annette Hempen (Geschäftsführerin von MuM) und Dr. Gesa Fiedler (Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe).

Noch ist die Zahl der Hausärzte in Bünde ausreichend. Doch ein Blick auf den Altersdurchschnitt der jetzigen Praxisinhaber deutet darauf hin, dass es so nicht bleiben wird. In Bünde beträgt der Altersdurchschnitt 57,3 Jahre (Kirchlengern 59,2 Jahre, Rödinghausen 60 Jahre). Diese Zahlen nannte die Landesregierung Ende Mai des Jahres auf eine Kleine Anfrage der SPD-Landtagsabgeordneten Angela Lück.

Es werden noch zehn Jahre vergehen, bis einige der ersten Medizinstudenten, die jetzt in OWL mit ihrer Ausbildung in OWL begonnen haben, anschließend in der  Region „kleben bleiben“. Was kann eine Kommune bis dahin tun, um die hausärztliche Versorgung aufrecht zu erhalten? Sind Zuschüsse bei Praxisübernahme oder -eröffnung eine wirksame Maßnahme, um Ärzte anzulocken? Kann das Modell der Gemeinschaftspraxis mit anderen Kollegen und die Entlastung von bürokratischen Tätigkeiten eine zukunftsträchtige Idee sein? Und: Welche Möglichkeiten bieten Telemedizin und elektronische Visite, den Kontakt zwischen Arzt und Patient wirksamer und schneller zu gestalten?

Die elektronische Visite wird bei dem 1995 gegründeten MuM seit zwei Jahren in einigen Arztpraxen und im Pflegebereich erprobt. Die Einrichtung verfolgt innovative Lösungen zur Versorgung der Patienten und hat auch die betriebswirtschaftlichen Kosten im Blick. In MuM haben sich über 50 Haus- und Fachärzte aus Bünde, Kirchlengern und Rödinghausen auf Genossenschaftsbasis zusammengeschlossen.

In den beiden vorausgegangenen Bürgerdialogen „Gesundheit in Bünde“ hatte sich die SPD mit der Zukunft des Lukas-Krankenhauses und den Plänen des Kreises zu einer Beteiligung von 25,1 Prozent an der Einrichtung beschäftigt. Eine Entscheidung darüber wurde für Mitte November angekündigt.

Der Abschluss der Bürgerdialogreihe „Gesundheit in Bünde“ widmet sich der häuslichen und stationären Pflege.